Jens Lehmann

Jens Lehmann

* 19. Dezember 1967 in Stolberg (Harz)

Der Leipziger war bis 2005 Profi im Bahnradsport.

 

Wichtigste Erfolge:

Olympiasieger 1992 Barcelona 4000m Mannschaftsverfolgung („Bahnvierer”)

Olympiasieger 2000 Sydney 4000m Mannschaftsverfolgung („Bahnvierer”)

2x Weltmeister Einerverfolgung

4x Weltmeister 4000m Mannschaftsverfolgung („Bahnvierer”)

9x Deutscher Meister Einerverfolgung

7x Deutscher Meister Mannschaftsverfolgung

 

Sportliche Entwicklung

Seine sportliche Laufbahn begann Jens Lehmann als Fußball-Torwart beim TSV Rossla. Im Alter von zwölf Jahren wechselte er zum Radsport und gewann prompt sein erstes Rennen. Mit dem Team der BSG Mifa Sangerhausen gewann er seine erste deutsche Meisterschaft 1980 im Mannschaftszeitfahren seiner Altersklasse. Anschließend wechselte er auf die Kinder- und Jugendsportschule des SC DHfK Leipzig.

1989 wurde Lehmann Vize-Weltmeister in der Einerverfolgung der Amateure.[1] Zwei Jahre später wurde er bei den Amateuren Weltmeister in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung (Bahn-Vierer) und der 4000-Meter-Einerverfolgung. Bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona holte er Gold mit dem Bahn-Vierer und Silber in der Einerverfolgung. 1994 kam ein weiterer Weltmeistertitel mit dem Bahn-Vierer hinzu.

Für die Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta wurde Lehmann nicht nominiert. Nach dem Wechsel des Bundestrainers wurde Lehmann wieder ins Team zurückgeholt und errang 1999 erneut den Weltmeistertitel im Bahn-Vierer.

Bei der Einerverfolgung während der Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney holte Lehmann trotz eines Trainingsunfalls wieder eine Medaille, die Silberne, wobei er sich im Finale seinem Mannschaftskollegen Robert Bartko geschlagen geben musste. In der Mannschaftsverfolgung errang er gemeinsam mit Bartko, Guido Fulst und Daniel Becke die Goldmedaille, wobei der Vierer mit 3:59:710 Minuten als erstes Team überhaupt die Vier-Minuten-Grenze unterbot und somit einen neuen Weltrekord über diese Strecke aufstellte.[2]

Als das Team des Bahn-Vierers (Jens Lehmann, Daniel Becke, Sebastian Siedler und Christian Bach) für die Weltmeisterschaften 2003 in Stuttgart durch Funktionäre des Bundes Deutscher Radfahrer umformiert wurde, folgte Lehmann einem Boykottaufruf seines Trainers Jens Lang, so dass die Wettbewerbe in der Mannschaftsverfolgung das erste Mal seit Bestehen dieser Disziplin ohne eine deutsche Beteiligung ausgetragen wurde.

BDR-Präsidentin Sylvia Schenk und Sportdirektor Burckhard Bremer reagierten mit einer Suspendierung des Teams aus der Nationalmannschaft und für die Olympischen Spiele. Über Lehmann und Becke wurden Sperren von zwei Jahren, über Siedler von einem Jahr verhängt. Dieser Machtkampf zwischen Funktionären und Sportlern führte schließlich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Auf Grund von Protesten wurden die Strafen schließlich deutlich verkürzt. Die Sanktionen gegen Lehmann wurden am 13. Januar 2004 durch den BDR aufgehoben.

Für die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen wurde Lehmann vom BDR nicht nominiert mit der Begründung, er sei zu alt. Dem neu zusammengestellten deutschen Bahn-Vierer wurden keine Medaillenchancen zugerechnet; dessen vierter Platz übertraf die Erwartungen.

Am 3. September 2004 gewann Jens Lehmann bei den Deutschen Bahnradmeisterschaft in seiner Heimatstadt Leipzig in der Einerverfolgung und wurde damit zum zehnten Mal Deutscher Meister in dieser Disziplin. In der Mannschaftsverfolgung errang er ebenfalls Gold.

Von 1981 bis 1997 gehörte Jens Lehmann dem SC DHfK Leipzig an und wechselte 1998 zu Köstritzer. 2001/2002 fuhr er zwischenzeitlich für das Team Nürnberger.

Am 17. September 2005 fand auf der Alfred-Rosch-Kampfbahn in Leipzig ein Abschiedsrennen für Jens Lehmann statt.

Teams

1994 Telekom (Deutschland) von 01-09 (Praktikant)
1996 Individuell (Unbekannt)
1997 — 1999 Köstritzer
2000 Cratoni
2001 —2002 Team Nürnberger
2004 Teag Team Köstritzer

 

Sportliche Erfolge

1991 Weltmeister, Bahn, Stuttgart, Einerverfolgung, Amateure
1991 Weltmeister, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Amateure, Stuttgart, mit Michael Glöckner, Andreas Walzer, Stefan Steinweg
1992 Deutscher Meister, Bahn, Einerverfolgung, Elite
1992 Träger des Silbernen Lorbeerblattes
1992 Olympische Goldmedaille, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Barcelona, mit Guido Fulst, Michael Glöckner, Stefan Steinweg
mit WELTREKORD 4:08.791 min
1992 Olympische Silbermedaille, Bahn, Einerverfolgung, Barcelona
1993 Deutscher Meister, Bahn, Einerverfolgung, Elite
1993 Sport-Bambi
1994 Weltmeister, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Elite, Palermo, mit Guido Fulst, Andreas Bach, Danilo Hondo
1995 Deutscher Meister, Bahn, Einerverfolgung, Elite
1997 Deutscher Meister, Bahn, Einerverfolgung, Elite
1997 Deutscher Meister, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Elite
1998 Deutscher Meister, Bahn, Einerverfolgung, Elite
1998 Deutscher Meister, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Elite
1999 Deutscher Meister, Bahn, Einerverfolgung, Elite
1999 Deutscher Meister, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Elite
2000 Deutscher Meister, Bahn, Einerverfolgung, Elite
2000 Olympische Goldmedaille, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Sydney, mit Guido Fulst, Robert Bartko, Daniel Becke
mit WELTREKORD 3:59.710 min
2000 Olympische Silbermedaille, Bahn, Einerverfolgung, Sydney
2000 Weltmeister, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Elite, Manchester, mit Guido Fulst, Sebastian Siedler, Daniel Becke
2000 Weltmeister, Bahn, Manchester, Einerverfolgung, Elite
2000 Träger des Silbernen Lorbeerblattes
2001 Deutscher Meister, Bahn, Einerverfolgung, Elite
2001 Deutscher Meister, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Elite
2002 Deutscher Meister, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Elite
2003 Deutscher Meister, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Elite
2004 Deutscher Meister, Bahn, Einerverfolgung, Elite
2004 Deutscher Meister, Bahn, Mannschaftsverfolgung, Elite

Text-Quellen: www.jenslehmann-radprofi.de, de.wikipedia.org, www.radsportseiten.net

Jens Lehmann

Fotos: Archiv Jens Lehmann, Hennes Roth (Roth-Foto) und Radsportfans (Guy Dedieu, Jack Claassen), (c) Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst - Zentralbild (Bild 183)